DEEN
Erfahrungen

Aus echten Lawinenunfällen

In den letzten 20 Jahren wurden uns 40 Lawinenunfälle gemeldet, bei denen ein Avalanche Ball im Einsatz war.

40
gemeldete Unfälle

mit Avalanche Ball in 20 Jahren

87,5%
nicht oder nur teilverschüttet

35 der 40 Personen

5
Ganzverschüttete

alle innerhalb weniger Minuten von Kameraden geborgen und überlebt

Wie diese Zahlen entstanden sindDie Zahlen beruhen auf Meldungen von Nutzerinnen und Nutzern an uns. Sie sind keine unabhängige Studie. Auch ohne Ausrüstung bleibt ein großer Teil der Erfassten an der Oberfläche: Laut SLF-Winterberichten 1970 bis 2003 waren es rund 80 % von 2472 erfassten Ski- und Snowboardfahrern.
Unfallbericht

„Ich habe gespürt, wie jemand am Seil zieht“

Eine Verschüttete berichtet: „Zuerst ist ein kleines Schneebrett gekommen, ich habe sofort den Lawinenball ausgelöst. Als die Lawine zum Stillstand gekommen ist, hat gerade noch mein Kopf herausgeschaut. Plötzlich kamen weitere Schneemassen und dann war alles finster. Ich war wie einbetoniert, aber ganz ruhig, denn ich habe gedacht, der Lawinenball liegt oben, die finden mich bestimmt gleich. Auf einmal habe ich gespürt, wie jemand am Seil zieht. Dann ging alles ganz schnell.“

Sie lag 70 cm tief. Ihre Kameraden schreiben im Unfallbericht: „Alle LVS-Geräte waren funktionstüchtig und eingeschaltet. Doch die entscheidende Zeit gewann man durch den Lawinenball.“

Auszug aus dem Unfallbericht von E. Müller, stellv. Landesleiter Bergrettung Salzburg

Lawinenhang, unten rot eingekreist ein kleiner roter Punkt: der Avalanche Ball
Beispielbild: Selbst aus großer Entfernung ist der Ball zu erkennen (rot eingekreist).
Im Ernstfall

Sehen, ziehen, graben

In Versuchen und in der Praxis lag der Ball immer gut sichtbar talwärts der verschütteten Person. Der Großteil der Leine bleibt an der Oberfläche, der Rest lässt sich dank 4 mm Durchmesser auch aus dicht gepacktem Schnee ziehen. Im Nahbereich wirkt die Leine wie eine Sonde.

Roter Ball liegt auf der Lawinenoberfläche
1. SehenDer rote Ball ist von Weitem zu erkennen.
Retter läuft zum roten Ball
2. ZiehenDer Leine folgen, bis sie senkrecht im Schnee steckt.
Retter gräbt mit Schaufel direkt an der Leine
3. GrabenDirekt an der richtigen Stelle, ohne Suchgerät.
Ausgegrabene Person, daneben der rote Ball und Skistöcke
Originalbild eines Unfalls an der Schöntalspitze, Kühtai: Der Verschüttete wurde in 3 Minuten aus rund 70 cm Tiefe gerettet.
Aus der Übung

1,5 m tief, trotzdem schnell gefunden

Bei einer Übung der Bergrettung lag ein Dummy 1,5 m tief. Bei einem Lawinenversuch in Davos war ein Dummy bis 150 cm verschüttet. Der Ball blieb sichtbar, die Bergung war laut Protokoll nach 5 Minuten abgeschlossen.

Entscheidend ist, dass niemand suchen muss. Die Kameraden sehen den Ball, folgen der Leine und beginnen sofort an der richtigen Stelle zu graben.

Person zieht an der Leine zum roten Ball im Schnee
Der Leine folgen statt suchen
Skifahrer im Steilhang, der rote Ball hängt an der Leine hinter ihm
Ausgelöster Ball am Hang
Videos

Dokumentiert

Dokumentierte LawinenunfälleAuf YouTube ansehen
Lawinenversuch Davos: Ball bleibt bei Nachlawine sichtbarAuf YouTube ansehen

Die Videos laden erst nach einem Klick. Dabei werden Daten an YouTube übertragen.